Auf Veranlassung des Mecklenburgischen Großherzogs wurde 1864 im östlichen Stadtteil von Neukloster nahe dem Lehrerbildungsseminar eine Blindenanstalt eröffnet. Eingerichtet wurde diese Anstalt für blinde Kinder aus Mecklenburg, der freien Stadt Lübeck und dem Herzogtum Lauenburg, die hier eine 4-jährige Schulausbildung und eine sich anschließende 4-jährige Berufsausbildung in den Bereichen Korbmacherei, Seilerei, Stuhlflechten sowie Bürstenmacherei absolvieren konnten.
Die nacheinander entstandenen 4 Haupthäuser wurden miteinander verbunden, wodurch mit deren Vollendung im Jahre 1909 ein harmonisch gewachsenes bauliches Ensemble entstanden war, das ergänzt wurde durch Ställe, Werkstatthäuser und Parkanlagen, in denen seltene Pflanzen und zahlreiche Singvögel zu finden sind.
In den Jahren seit 1990 sind die vorhandenen Gebäude rekonstruiert worden, so dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Bewohner und Beschäftigten deutlich verbessert haben. 1996 konnte ein neuerrichtetes Pflegeheim seiner Bestimmung übergeben werden, im Jahr 2000 wurde ein neues Werkstattgebäude gebaut.